Wein vom Fuße des Himalayas 

Ein neuer Stern ist am Weinhimmel erschienen und dieses Wunder haben wir Moët Hennessy zu verdanken. Bislang einmalig in der Geschichte des Unternehmens hat es sich dazu entschieden ein komplett eigenes Weingut zu gründen – Ao Yun ist aber nicht einfach in einer bekannten und weltweit etablierten Region zu Hause, sondern dort, wo man es kaum erwartet: In Adong auf knapp 2.600 Meter in der Region Yunnan im Süden Chinas, ganz in der Nähe des Meili-Schneegebirges.

Doch es war eine weite Reise dorthin, nicht nur geografisch gesehen. Lange wurde in ganz China nach dem richtigen Ort, den perfekten klimatischen Bedingungen, dem passenden Terroir gesucht und nach über drei Jahren wurde Maxence Dulou, der ehemalige Önologe von Cheval Blanc und nun Winzer auf Ao Yun fündig: fantastisches Potential, eine reiche Kultur und zudem eine atemberaubende Landschaft. Nicht zu verachten ist auch die klimatische Ähnlichkeit mit dem Bordeaux in Bezug auf Maximal-Temperatur, große Unterschiede zwischen Tag- und Nacht-Temperatur, stärkere UV-Strahlung und ein trockenes Jahresende. Dennoch, hier entsteht etwas ganz einzigartiges: Wein vom Fuße des Himalayas – eine unglaubliche Aufgaben und ein unglaubliches Produkt!

Zu erreichen ist das Weingut nur über einen geschlungenen Gebirgspfad, der hin und wieder nicht passierbar ist. Das sind aber nicht die einzigen Schwierigkeiten, mit denen das Team von Ao Yun zu kämpfen hat. Es kann schon einmal vorkommen, dass der Strom ausfällt, es kein Wasser mehr gibt und natürlich ist dort oben alles reine Handarbeit. Weder Traktoren noch Vollernter würden den Weg hier hoch schaffen und so werden die Weinberge komplett biologisch und nur von Hand bewirtschaftet. Die terrassenförmigen Weinberge sind dabei kein einfaches Unterfangen; es gilt 314 einzelne Parzellen mit unterschiedlichem Terroir nicht nur zu bearbeiten sondern zu verstehen und das alles auf einer Höhe zwischen 2.200 und 2.600 Metern. Doch all diese Strapazen sind vergessen, wenn das Team den Ao Yun erntet und in Flaschen füllt.

Komplettes Neuland für den Weinbau ist die Region jedoch nicht, hier wurde bereits um 1850 Wein angebaut, doch im Zuge des Ersten Weltkriegs und der Kulturrevolution verschwanden die Weinberge. Die Reben für den Ao Yun wurden 2002 gepflanzt, eine genaue Vorstellung davon, um welche Rebsorten es sich handelt, hat man bis heute aber nicht. Aufgrund des ähnlichen Klimas wie im Bordeaux, der ampelographischen Merkmale und der Charakteristik der Weine vermutet das Team um Maxence, dass es sich bei den Rebsorten um Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc handelt.

Die vermeintliche Bordeaux-Blend wächst im Schatten des Himalayas, was bedeutet, dass es am Tag maximal 4 Stunden direkte Sonneneinstrahlung für die Trauben gibt, doch die extreme Höhe und die dünne Luft intensivieren die Einwirkung. Dadurch verlängerte sich die gesamte Vegetationsperiode um bis zu 20 Tage. Intensive, komplexe und ausdrucksstarke Weine mit feingliedrigen, seidigen Tanninen sind das Ergebnis. Dazu kommen die beachtlichen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, die für ein ausgeprägtes Aroma der Trauben sorgen – ein ideales Terroir also für Wein. Ausgebaut wird der Ao Yun zum einen in traditionellen Steingutgefäßen aus der Region und zum anderen in französischen Barriques sowie in Edelstahl.

Übrigens; der Name Ao Yun bedeutet „über den Wolken fliegen“ oder „über den Wolken wandern“.“ und ist angelehnt an die großen, wandernden Wolken dieser fantastischen Region, in der auch die Legende um Shangri-La entstand. Das Paradies, das durch das 1933 veröffentlichte Buch „Der verlorene Horizont“ von James Hilton weltweit bekannt und vor allem zum Sinnbild für Harmonie, Frieden, Reinheit und Glück wurde.

Wir hatten das große Vergnügen zusammen mit Maxence Dulou seinen wunderbaren Wein zu verkosten. Ein spannender, einmaliger Abend!

BEGEISTERUNG

Salz-Karamell, schwarze Oliventapenade, Brombeeren und feinmaschiges Tannin – der Ao Yun ist so fantastisch wie seine Herkunft!

Die Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc zeigt sich mit einem tiefen Dunkelrot und begeistert in der Nase mit Aromen von Brombeeren, etwas Cassis, schwarze Oliventapenade, feinen Nuancen von Unterholz und einer tiefen Würzigkeit. Mineralisch, elegant, an Salz-Karamell erinnernd, präsentiert sich schließlich der Gaumen. Noten von Grafit, etwas Rosmarin, Wacholder und Pfeffer. Kräftig, aber nicht wuchtig oder gar fett, vielmehr frisch und herrlich ausbalanciert mit feinmaschigen Tanninen. Ein Wein so fantastisch wie seine Herkunft! 

Ao Yun
359,00
0,75 l
(478,67 € / 1 l)
Ao Yun
359,00
0,75 l
(478,67 € / 1 l)